Schreibtour „Mittelerde“

Meine erste, etwas ausufernde, Schreibtour. Die Infos, um sie erstellen zu können, habe ich größtenteils von ardapedia, weil ich für das Silmarillion etc. einfach keine Zeit habe.

Die Musik der Ainur

Das erste, das jemals geschaffen wurde, waren die Ainur, die ersten Kinder von Ilúvatar, die er eines Tages zu sich rief, um sie für sich singen zu lassen.
Schreibe 200 Wörter, bis jeder von ihnen eingetroffen ist.
Als erstes sang ein jeder von ihnen seinen Teil allein. (Im Folgenden darfst du dir aussuchen, wessen Lied du hören möchtest, also welche Schreibaufgaben du machen willst.)

Aluin, der älteste der Ainur, singt das Lied der Zeit. Schreibe für 10 Minuten. Wenn du möchtest, höre währenddessen Cindy Laupers „Time after Time“ und/oder Enyas „Only Time“.

Fanuin, einer der Söhne Aluins, ist der Hüter des dicksten Seiles der Zeit, mit dem er Sonne und Mond kontrollieren kann. Da dies sinnbildlich für ein Jahr steht, rolle einen vierseitigen Würfel und nimm das Ergebnis mal 365. Schreibe so viele Wörter.

Ranuin, der zweite Sohn, fertigte ein Seil, das nicht ganz so dick war wie das Fanuins. Dennoch konnte er damit den Mond kontrollieren. Schreibe für 28 Minuten.

Danuin, der letzte von Aluins Söhnen, fertigte das dünnste Seil und nutzte es, um die Sonne am Tag über den Himmel zu leiten. Nimm die letzten drei Ziffern deines Wordcounts, multipliziere sie mit drei und schreibe so viele Wörter.

Manwe ist der höchste der Valar. Sein Zuhause befindet sich auf dem höchsten Berg in Valinor, Grund genug also, bis zum nächsten 1000er Gipfel zu schreiben.

Varda, seine Gattin, schenkte Mittelerde die Sterne. Nimm deinen Lieblingsstern oder dein liebstes Sternbild und multipliziere die Anzahl der Buchstaben mit 100. Schreibe so viele Wörter.

Orome ist der Jäger der Valar, der die Ländereien Mittelerdes am meisten liebt. Er war es, der die Elben entdeckte und sie später nach Valinor führte. Von einem seiner Pferde sollen die Mearas abstammen. Sprinte die nächsten 500 Wörter.

Vána ist die Valie der Blumen und Vögel, außerdem ist sie Oromes Gattin. Aus ihrem Haar wurde die Brücke Ilweran gefertigt. Schreibe eine kurze Szene, die mit einer anderen Geschichte verbunden ist.

Aule ist der Schmied der Valar und Schöpfer der Zwerge. Er ist bekannt dafür, ungeduldig und rebellisch zu sein, ganz so wie die bekanntesten seiner Schüler, von denen Sauron wohl der bekannteste ist. Aule brachte den Noldor die Schmiedekunst bei, und von allen Elben waren sie ihm die liebsten. Stöbere ein wenig im Forum und gib jemandem, der nach Hilfe sucht, Rat oder teile einen Tipp mit anderen.

Yavanna ist die Gattin Aules und die Valie der Pflanzen und Tiere. Sie war diejenige, die Mittelerde bepflanzte und ist ständig um ihre Schöpfung besorgt.
Schau dir an, was du bisher geschafft hast, dann wirf einen sechsseitigen Würfel und multipliziere die Zahl mit deinem Wordcount. Nimm von diesem Ergebnis die letzten drei Ziffern und schreibe so viele Wörter.

Este ist die Valie der Geduld. Gandalf war einer ihrer Schüler. Ruh dich fünf Minuten aus und sammle deine Kräfte.

Irmo ist Estes Gatte und wird, gemeinsam mit seinem Bruder, als „Herr der Geister“ bezeichnet.
Erinnere dich an eine alte, vielleicht verworfene Idee und bringe sie irgendwie in deine Geschichte mit ein.

Námo, der auch Mandos genannt wird, herrscht über die Hallen des Todes. Vielleicht bist du deiner Geschichte schon überdrüssig. Ruh dich entweder 30 Minuten aus und kehre dann zu deinem Text zurück, oder ruh dich zehn Minuten aus und springe zu einer anderen Szene.

Vaire ist die Weberin, die alle Ereignisse in Teppiche webt, die in Mandos‘ Hallen an den Wänden hängen. Wenn du in deiner Geschichte feststeckst, versuche, sie ein wenig zu umreißen. Wenn du das schon getan hast, lasse einen Charakter in etwa 200 Wörtern über seine Vergangenheit und Zukunft sinnieren.

Nessa liebt den Tanz und nichts kann ihre Heiterkeit trüben. Schreibe bis zum nächsten 500er, während du deine liebste Tanzmusik hörst.

Tulkas ist Nessas Gatte. Da er nichts lieber mag als den freundschaftlichen Wettkampf, mache einen 15-minütigen Word War – und vergiss nicht, deinem Gegner zu gratulieren, egal, ob du gewonnen oder verloren hast.

Ulmo ist der Herr des Wassers und somit überall in Mittelerde. Trink etwas, dann gib einem bisher vernachlässigten Charakter etwas mehr Raum in deiner Geschichte.

Nienna beweint alles Leid der Welt, um es zu überwinden, doch sie verliert niemals die Hoffnung. Schreibe 100 Wörter, damit du siehst, dass du den NaNo schaffen kannst.

Doch wir alle wissen, dass es nicht nur gute Valar gibt…

Melkor, besser bekannt als Morgoth, der erste Feind überhaupt. Da er ein Betrüger ist…verdopple deinen Wordcount, doch schreibe nur, bis du die letzten drei Ziffern dieser Zahl erreicht hast.

Allerdings gab es nicht nur die Valar, sondern auch die Maiar, geschaffen aus dem gleichen Geist, doch nicht so mächtig.

Alatar und Pallandos sind Freunde, die später im Osten Mittelerdes verschwanden und niemals wieder gesehen wurden. Doch die Legende besagt, dass sie den dortigen Völkern halfen, sich gegen Sauron aufzulehnen. Nimm den Kampf auf und schreibe für zehn Minuten, um dich zu behaupten.

Olórin ist wohl der bekannteste Maia in Mittelerde – dort wird er häufig Gandalf oder Mithrandir genannt. Vor allem ist er berühmt für seine Feuerwerke. Baue in etwa 100 Wörtern ein Feuerwerk in deine Geschichte ein.

Amnon hat die Gabe der Vorhersehung und sagte den Fall Gondolins voraus. Du hast die Wahl. Bringe eine Prophezeiung oder Nachrichten über eine Stadt, die zerstört wird in deiner Geschichte unter oder schreibe eine Szene, die erst später in deiner Geschichte vorkommen soll.

Arien ist ein Feuergeist und diejenige, die die Sonne beschützt. Davor war sie eine Gärtnerin in Valinor und kümmerte sich um Laurelin. Lasse deinen Wordcount wachsen und schreibe bis zum nächsten 500er.

Eonwe gilt als einer der mächtigsten Maiar und ist Manwes Herold. Nun musst du kämpfen. Battle dich für 10 Minuten und da es niemanden gab, der gegen Eonwe gewinnen konnte…wiederhole das Battle solange, bis du gewonnen hast.

Ilmare ist Vardas Zofe und ebenfalls eine der mächtigsten Maiar. Falls du Hilfe mit deiner Geschichte brauchst, jetzt die Zeit, andere um Rat zu fragen. Ansonsten schreibe lediglich 200 Wörter.

Melian ist eine der bekanntesten Maiar, denn sie ist die Mutter von Lúthien, dem schönsten Kind Ilúvatars das es je gab und je geben wird. Melian war diejenige, die den Vögeln das Singen beibrachte. Höre zwei deiner Lieblingslieder an und schreibe die Zeit, in der du sie hörst.

Osse ist einer von Ulmos Gefährten und liebt den Sturm und die Küsten mehr als das Meer an sich. Außerdem ist er den Teleri sehr zugewandt und brachte ihnen alles bei, was sie über das Meer und die Schifffahrt wissen müssen. Er mochte sie so gerne, dass er sie bat, nicht nach Valinor zu gehen, und manche blieben ihm zuliebe. Die anderen lebten auf einer Insel vor der Küste Valinors, Tol Eressea genannt.
Falls du darüber nachdenkst, einen Charakter sterben oder verschwinden zu lassen – lass ihn bleiben. Ansonsten schreibe etwa 200 Wörter darüber, wie einer deiner Charaktere einen anderen bittet, zu bleiben.

Aiwendil, besser bekannt als Radagast, der Braune, ist ein Freund der Natur. Wenn du die Möglichkeit hast, geh nach draußen und schreib ein paar Sätze an der frischen Luft. Anderenfalls, schreib etwas über Tiere und/oder Natur.

Salmar ist einer von Ulmos Verbündeten. Falls du festhängst, nimm doch mal eine heiße Dusche oder ein Bad, um deine Gedanken wieder in Schwung zu bringen. Wenn du das nicht brauchst, schreib etwa 100 Wörter über irgendwas, das mit Wasser zu tun hat.

Curumu ist vielen eher unter „Saruman, der Weiße“ ein Begriff. Er lernte viel von Aule und war fasziniert von Maschinen und Macht. Letzteres vergiftete sein Herz und er wandte sich Sauron zu, obwohl seine Intentionen anfangs noch gut gewesen sein mögen. Er war der erste der Istari, der dazu bestimmt wurde, nach Mittelerde zu gehen. Nimm die erste Ziffer deines Wordcounts, multipliziere sie mit 100 und schreibe so viele Wörter.

Tilion ist der Wächter der letzten Blüte Telperions, also auch der Wächter des Mondes. Davor war er einer von Oromes Jägern und liebte alles, das silbrig war. Es verwundert nicht, dass er einen Bogen aus reinem Silber hatte. Ziele auf den nächsten Tausender.

Uinen ist ebenfalls eine Maia des Meere und wie ihr Mann Osse liebte sie die Teleri. Als die Noldor viele von ihnen im Bruderkrieg töteten, zerstörte sie ihrem Zorn und Schmerz viele Schiffe der Noldor. Versuche dich an einer 50 headed Hydra, während die Noldor ihrem Zorn entkommen.

Wo Licht ist, muss es auch Dunkelheit geben, und so gab es neben den Maiar noch die Úmaiar, die, die treu zu Melkor standen.

Fankil führte viele Soldaten gegen die Elben in die Schlacht. Begib dich selbst wieder in den Kampf und bestreite einen 10-minütigen Word War.

Gothmog war der Anführer der Balrogs. Er war es, der Feanor, Fingon und Ecthelion in der Schlacht tötete. Versuche, drei fünf-minütige Word Wars zu gewinnen.

Langon ist Saurons Bote. Schreibe eine Botschaft deiner Wahl in ein Forum.

Lungorthin war ein Balrog und immer an Melkors Seite. Zeit, ein wenig mit deinen Writing Buddies zu quatschen (oder mit Freunden, Familie…).

Und nun…auf ihn haben wir alle gewartet: Sauron. Er folgte Melkor fast von Beginn an und wurde niemals wirklich vernichtend geschlagen…bis der Eine Ring zerstört wurde. In Erinnerung an die vier Schlachten, in denen man gegen ihn kämpfte…versuch dich an vier 50-headed Hydras, in der Hoffnung, das Monster wenigstens ein Mal besiegen zu können.

Thuringwethil war ebenfalls einer der Boten Sauron, und auch noch so etwas wie ein Vampir. Aber du bist keiner, oder? Geh ein bisschen spazieren, wenn möglich bei Sonnenschein.

Nun, da alle Ainur für Ilúvatar gesungen und einige ihre böse Natur offenbart hatten, wurden die Valar hinunter auf die Welt geschickt, um das zu erschaffen, was sie in der Musik gesehen hatten.

Die Erschaffung von Arda

Nachdem die Musik verklungen war, gingen die Valar und die Maiar hinab auf die Welt, um das zu erschaffen, was sie gesehen hatten. Lausche inspirierender Musik und schreibe zehn Minuten, um eine Welt aus der Musik heraus zu schaffen.

Die meisten von ihnen wollten eine Welt ohne große Gegensätze und ohne Konflikte, aber einige…einige hatten andere Pläne. Wie Melkor. Er tat alles, um die Schöpfungen der anderen Valar zu zerstören, da er eine Welt wollte, die nur von ihm alleine beherrscht wurde. Und so begann der Erste Krieg.
Battle dich für 15 Minuten. Wenn du gewinnst, schreibe die nächste konfliktfreie Szene. Wenn du verlierst, lass deiner Wut freien Lauf und schreibe den nächsten Konflikt.

Doch die Valar waren nicht hilflos und einer von ihnen, Tulkas, der stärkste aller Valar, kam ihnen zu Hilfe und Melkor musste fliehen.
Schreibe für 45 Minuten, während Melkor bekämpft wird.

Nachdem er geflohen war, begannen die Valar, die Welt von neuem aufzubauen. Aule fertigte die Lichter Illuin und Ormal, die die Dunkelheit und die bösen Kreaturen vertrieben, die nach Melkors Niederlage noch in Mittelerde verblieben waren.
Sprinte die nächsten 200 Wörter, während die Valar ihr Zuhause an der Stelle bauen, an der das Licht der Türme sich trifft.

Doch der Frieden währte nicht lange, denn Melkor kehrte zurück, zuerst unbemerkt, und baute hoch im Norden seine dunkle Festung. Schreibe bis zum nächsten 1000er, während er die Schönheit Mittelerdes zerstört.

Die Valar konnten Melkor in der Dunkelheit nicht finden und er zerstörte die Leuchten Illuin und Ormal. Die Valar hatten nicht die Kraft. Gleichzeitig ihren Widersacher zu bekämpfen und die Welt zu wiederaufzubauen, also verließen sie Mittelerde und gingen nach Aman.
Schreibe 15 Minuten, während sie Mittelerde hinter sich lassen und es Melkor überlassen.

Die Jahre der Bäume

Yavanna pflanzte die zwei Bäume Laurelin und Telperion als Licht für Valinor. Schreibe 500 Wörter in deinem eigenen Tempo, während die Bäume wachsen und ihr Licht aussenden.

Varda fürchtete Melkor nicht und das Erwachen der Elben war nah. Battle für zehn Minuten, während Varda mehr Sterne am Himmel erscheinen lässt, um Melkor zu drohen.

Die Elben erwachen in Mittelerde. Zuerst gab es nur sechs von ihnen, drei männliche und drei weibliche. Rolle einen sechsseitigen Würfel und multipliziere das Ergebnis mit 144, da dies die Anzahl der ersten Elben war.

Es gab drei Völker der Elben. Schau dir die letzten drei Ziffern deines Wordcounts an und schreibe so viele Wörter.

Orome entdeckt die Elben auf einer seiner Reisen. Sprinte die nächsten 300 Wörter, während er durch die Lande jagt.

Frieden kann nicht lange andauern, wenn Melkor sich noch irgendwo in der Welt befindet, und so begann ein neuer Krieg. Battle dich für fünf Minuten, als der Krieg der Mächte beginnt.

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Wie Du die Geschichte der Auserwählten anders erzählen kannst

Frau Schreibseeles Schreibblog

Hei, hallo und herzlich willkommen,

sicherlich kennst Du die eine oder andere Geschichte einer Figur, die als Auserwählte oder Auserwählter bezeichnet wird. Heute dreht es sich um Gedanken, wie man die Geschichte um sie oder ihn anders erzählen kann.

Vorgedanken

Sicherlich kennst Du auch mindestens eine der folgenden Geschichten:

  • Harry Potter (die komplette Reihe)
  • Star Wars (gerade die Teile I bis III)
  • Das Rad der Zeit (von Robert Jordan)
  • Matrix (die komplette Reihe)
  • Avater – Der Herr der Elemente

Es gibt da also diese eine Legende, die von einem meist männlichen Auserwählten spricht (siehe meine Beispielliste, dort findest Du auch nur männliche Auserwählte), der die Welt und das Leben und was auch immer verändern oder retten sollen. Er hat irgendwelche besonderen Fähigkeiten oder bekommt irgendwelche Gegenstände, welche ihm bei seinem Auftrag helfen kann. Das kann ein Schwert sein, ein Kristall oder was auch immer.

Nicht nur, dass ich eben nur…

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Kinder des Lichts

Twitter hat entschieden: „Kinder des Lichts“ soll als nächstes fertig gestellt werden.

Sie sah zu den Sternen hinauf, den funkelnden Lichtern, die weit in die Unendlichkeit reichten und die Ewigkeit überdauern würden. Wenn die Ewigkeit sie ließ.

Blut tropfte von ihrem Schwert, gefror in der eisigen Luft zu roten Tränen. Die Schlacht war vorbei. Die Schlacht am Ende aller Zeiten. Sie stand allein auf dem Feld, die letzte Überlebende unter einer Vielzahl von Toten. Es musste so sein. Das war die Weissagung gewesen, vor langer Zeit, als die Welt noch jung war. Nun war der Winter über sie gekommen, das Alter und der Tod.

Sie sollte den Frühling zurückbringen, die Zeitalter von neuem beginnen lassen. Sie war die letzte Überlebende. Doch eigentlich wollte sie jetzt nur noch schlafen. Jahrhunderte, Jahrtausende oder bis zum Ende der Welt. Sie war müde. Sie hatte gekämpft und getötet, war das nicht genug? Aber die Sterne hatten kein Erbarmen und verblassten nicht.

Also wischte sie die blutige Klinge an der Uniform einer Leiche ab und steckte sie zurück in die Scheide. Es war für den Moment ohnehin alles egal. Am nächsten Tag würden die Körper verschwunden sein, von Freund und Feind. Nur noch der Schnee würde da sein. Schnee und Eis, eine weiße Wüste, die sie alleine durchwandern würde. So lange, bis sie den Frühling fand. Bis sie selbst alt wie die Welt war und kein Wanderer mehr, wie jetzt.

Sie wusste nicht, ob die Dunkelheit ewig andauern würde, so wie der Winter. Ob die Sonne erst mit dem Frühling zurückkehren würde. So vieles, das sie nicht wusste. Und niemand war mehr da, um ihr zur Seite zu stehen. Ihr zu helfen. Genausogut konnte sie auf dem Schlachtfeld bleiben, in Gesellschaft all der Toten, zumindest, so lang sie noch da waren. Die Einsamkeit streckte bereits die Hände nach ihr aus, doch noch konnte sie ihr entkommen.

Die Toten waren für diese Nacht ihre Freunde. Die Toten, die Sterne und der Mond.

Sie legte sich neben einen Körper, den sie als einen der ihrigen erkannte. Fast konnte sie sich noch einbilden, dass er warm war, atmete. Fast. Sie gab sich keiner Illusion hin.

Sie griff nach der Hand des Toten, verschränkte ihre Finger mit seinen, die bereits steif wurden, und schlief ein.

Die Dunkelheit war noch nicht verschwunden, als sie wieder erwachte. Nur die Leichen waren fort, als hätte es sie nie gegeben. Der Schnee war unberührt, bis auf die Stelle, an der sie lag.

Die letzte Überlebende. Der letzte Wanderer.

Peregrin 1

Ich kann nicht schreiben. Nicht mehr. Irgendwann muss ich es wohl einmal gekonnt haben, sonst würden nicht überall sorgfältig gefüllte Notizbücher stehen. Aber ihre Worte sagen mir nichts mehr.
Um mich herum liegen Blätter. Liniert, kariert, weiß. Leer. Neben mir steht eine Tasse mit Kaffee. Inspiration.
Die heiße Flüssigkeit kräuselt sich, als ich sanft hineinpuste. Der wabernde Dampf verteilt sich in der Luft, formt Bilder, verflüchtigt sich.
Zurück bleibt ein Hauch von Bitterkeit.
Das bringt doch nichts, denke ich, fege mit einer Handbewegung die Blätter beiseite und stehe auf. Bleierne Flügel aus Papier. Zeit für’s Bett.
Schnell stürze ich den Kaffee hinunter und schleiche ins Bad, um mir die Zähne zu putzen. Um die Uhrzeit schlafen schließlich schon alle. Nur mich halten die quälenden Gedanken an verlorene Kreativität davon ab. Tränen und Wut, die von Verlust zeugen. Die mich klare Gedanken kosten. Ein Teufelskreis.
Das kleine Bad füllt sich mit Rosenduft. Nicht, dass Worte das wichtigste wären. Oder Gerüche. Düfte. Sie haben keinen Nutzen. Man kann sie nicht essen und nichts damit kaufen. Man kann nicht von ihnen leben. So lautet die immer gleiche Argumentation. Alles, von dem man nicht leben kann, ist wertlos. Im wahrsten Sinne des Wortes brotlose Kunst.
Ich gehe zurück in mein Zimmer, es ist spärlich beleuchtet. Drei von fünf Glühbirnen sind kaputt, aber ich habe sie noch nicht ausgewechselt. Ich mag dieses Dämmerlicht.
Es ist kalt. Meine Heizung ist immer ausgeschaltet. Früher hat mir der Gedanke an Wärme gereicht, um nicht zu frieren. Irgendwann einmal.
Mein Körper braucht lange, um sich zu erwärmen. Drei Lagen Stoff bedecken ihn, reflektieren ihn und seine Kälte. Reflektieren mich und meine Kälte.
So, wie meine Gedanken an den Wänden aus Finsternis abprallen und zu mir zurückfinden. Wie alles irgendwann zu seinem Ursprung zurückfindet.
Ein. Aus. Ein. Aus. Ich zähle meine Atemzüge, spüre sie, spüre den Weg, den die Luft durch meinen Körper nimmt. Meine Hülle wird schwerelos, spürt die Last der schweren Stoffe nicht mehr, die auf ihr liegen. Sie einengen, niederdrücken, wärmen. Wie ein schwerer Körper. Ein Kokon. Eine Rüstung.
Ob meine Augen geschlossen sind oder nicht, macht in diesem Zustand keinen Unterschied. Um mich herum ist ein Gefängnis aus Dunkelheit. Meine Freiheit. Meine ehemalige Freiheit, die ich einst herbeisehnte wie nichts anderes. Die Stille, in der ich meine wispernden Gedanken hören konnte. Die Stille, in der mein Geist zu Materie wurde.
Worte kommen und gehen in dieser dröhnenden Lautlosigkeit, ohne, dass ich sie fassen kann.
Wie Wellen, die sich am Strand brechen, ein stetiges Rauschen, das nirgendwo anfängt und nirgendwo aufhört.
Aus weiter Ferne dringen die Wellen der Stadt an mein Ohr. Autos, Züge, Flugzeuge, selbst um drei Uhr morgens findet sie keine Ruhe. Wie ich.
Ich bin die Stadt. Die Stadt ist ich. Nachts teilen wir uns eine Seele.
Asphalt legt sich um meine Brust, Teer dringt in meine Lunge. Erinnern mich daran, dass dies nicht meine Welt ist. Dass es nun Zeit wird, sie zu verlassen.
Ich drehe mich auf die Seite, rolle mich zusammen und schließe die Augen. Mein Sein wartet auf den Schlaf.

Dunkelheit

Nach dem bereits veröffentlichten Teil „Zwielicht“ bearbeite ich jetzt endlich die Fortsetzung und schreibe sie hoffentlich zu Ende ❤
Hier schon mal die kurze Einleitung:

Schwarz. Weiß. Schwarz. Weiß. Auf welcher Seite stehst du? Weißt du es? Nein?
Ich auch nicht. Ich stehe auf keiner Seite. Nicht mehr.
Früher habe ich mich zu den Guten gezählt, doch nun sind die Grenzen verwischt. Nichts ist nur weiß, nichts nur schwarz.
Alles ist dunkel. Und die Dunkelheit hat keine Farbe.
Sie brach bereits vor Jahren herein, doch niemand hat es bemerkt. Außer uns, doch wir dachten, auf die Dämmerung würde ein neuer Morgen folgen. Stattdessen kam die Nacht, ohne, dass es jemand verhindern konnte. Ohne, dass jemand wusste, dass sie nicht mehr enden würde.
Deshalb bin ich wieder hier. Zurück aus dem Reich der Toten. Zurück aus dem Garten der Welt.
Mit mir beginnt die Dämmerung.

John, der Engel mit den Regenbogenflügeln

Jetzt stelle ich endlich nach und nach meine tollen, unsichtbaren Helfer vor 🙂
Wer am NaNoWriMo teilnimmt, kennt sie vielleicht, NaNo-Engel, Padding Ponys, Subplot Pegasi.
Den Anfang macht hier mein treuer Engel John.

John ist ein Engel, der mir während meines ersten NaNoWriMo (2011) von einer ehemaligen HSWlerin „geschenkt“ wurde. Seitdem begleitet er mich und hat mittlerweile sogar seine eigene Geschichte erhalten. Außerdem taucht er sehr häufig in Texten auf.
Johns Flügel leuchten in allen Farben des Regenbogens, deswegen wird er auch „Engel mit den Regenbogenflügeln“ genannt. Sein zweiter Spitzname ist Geronimo, unter dem er mir damals vorgestellt wurde.
John lebte zur Zeit des zweiten Weltkriegs und war Teil einer U-Boot-Besatzung, die mit einem fehlerhaften Boot auslief und nicht mehr zurückkehrte.
Den Hintergrund für diese Geschichte bietet der reale Fall des U-Boots „Doris“, das vor der britischen Küste abgeschossen wurde und nicht mehr auftauchen konnte.

Johns Gemüt ist fröhlich, sein Auftreten immer geprägt von überschäumender Energie und sein Lächeln ist einnehmend. Grundsätzlich ist er freundlich und allem gegenüber positiv eingestellt, doch manchmal kommt eine etwas dunklere, nachdenklichere Seite zum Vorschein. Er setzt alles daran, seine Freunde und seine Familie zu beschützen, wenn es notwendig ist. Außerdem liebt er es, Menschen beim Schreiben oder Malen zu beobachten und zu unterstützen. Kreative Arbeiten liegen ihm selbst nicht wirklich, aber er findet, dass Menschen, die sich in einem kreativen Prozess befinden, eine besondere Ausstrahlung besitzen.

Ende des Juli-Camps

Bei mir ist das Camp irgendwie verflucht. Der NaNoWriMo läuft für gewöhnlich recht gut, aber das Camp…ich habe nicht mal 3.000 Wörter von den geplanten 15.000 geschrieben.
Wenigstens habe ich aber ein Projekt, an dem ich wieder Spaß habe und vielleicht hilft es mir, mich aus den Verzettelungen der „Obst-Chroniken“ zu befreien, die einfach irgendwie zu groß erscheinen, als dass ich sie gerade schreiben könnte. Zu groß und zu komplex.
Deswegen jetzt also was Ruhiges, Entspanntes 🙂
Der Titel lautet momentan übrigens noch „Veilchenleben“, mal schauen, ob er bestehen bleibt.